Heute ist es endlich soweit! Das E-Rezept wird bundesweit in allen Apotheken eingeführt, von nun an sind Apothekerinnen und Apotheker dazu verpflichtet, die elektronischen Rezepte in ihrer Apotheke anzunehmen. Welche Vorteile die Einführung für Heilberufler bedeutet, haben wir bereits in unserem zweiten Teil der Sonderserie näher beleuchtet. Im heutigen dritten Teil möchten wir deshalb die Perspektive wechseln und Patientinnen und Patienten aufzeigen, wie sie vom E-Rezept profitieren und viel wichtiger: Wie der ganze Prozess überhaupt funktioniert.

Wir von Steuerberater für Apotheken wünschen viel Spaß beim Lesen!

So funktioniert das E-Rezept

Schritt 1: Der behandelnde Arzt/ die behandelnde Ärztin stellt nach der Untersuchung ein elektronisches Rezept über die verordneten Medikamente aus

Schritt 2: Jedes E-Rezept verfügt über einen automatisch generierten Rezeptcode, der zum Einlösen in der Apotheke notwendig ist. Dieser Code ist entweder direkt über die E-Rezept-App der gematik vom Patienten einsehbar ODER wird von der Praxis ausgedruckt

Schritt 3: Der Rezeptcode kann entweder in der Vor-Ort-Apotheke vorgezeigt werden, der Apotheker/ die Apothekerin liest diesen dann ein und gibt die entsprechend verordneten Medikamente aus ODER der Patient löst das E-Rezept digital ein und lässt sich das verordnete Medikament reservieren, per Botendienst oder Versanddienstleister liefern

 

So sicher ist das E-Rezept

Das elektronische Rezept ist dank der qualifizierten elektronischen Signatur, die zur Erstellung notwendig ist, fälschungssicher. Stellt ein Arzt bspw. ein Rezept über Morphium aus, muss er dies mit seiner persönlichen elektronischen Signatur unterzeichnen. Nur wenn diese vorhanden ist, verlässt das E-Rezept die Praxis. Überdies sind die Daten sicher in der Telematikinfrastruktur, also dem Netz für Gesundheitsdaten in Deutschland, abgelegt. Ein weiterer Sicherheitsaspekt stellt sich durch die Tatsache ein, dass nur die ausstellende Praxis, der betroffene Patient bzw. Versicherte und eine berechtigte Apotheke das elektronische Rezept einsehen dürfen und können.

5 Vorteile des E-Rezepts für Patientinnen und Patienten

Wegersparnis: Wer im laufenden Abrechnungsquartal ein Folgerezept benötigt, kann dies direkt über die E-Rezept-App anfordern und digital übermitteln. Damit spart man sich einen weiteren Arztbesuch. Überdies werden die Rezepte unmittelbar auf Formfehler sowie Vollständigkeit geprüft, sodass diese nicht wie wie zuvor erst beim Einlösen in der Apotheke ersichtlich werden und der Versicherte erneut zur Praxis muss, um eine Korrektur zu veranlassen.

Einfacher passende Apotheken finden: Ganz gleich wo man sich gerade aufhält, die E-Rezept-App findet für jeden Patienten genau die Apotheke, die, was Öffnungszeiten, das Angebot von Botendiensten o.ä. betrifft, am passendsten ist. Das Recht auf freie Apothekenwahl bleibt damit dennoch unberührt, handelt es sich nur um Vorschläge der App.

Bequemer Medikamente erhalten: Patientinnen und Patienten können das E-Rezept mithilfe der E-Rezept-App an ihre Apotheke der Wahl übermitteln. Ebenso können Medikamente auch von zuhause aus online vorbestellt, reserviert und/ oder direkt geliefert werden. Das spart sowohl Zeit als auch Wege, was gerade für Ältere oder bewegungseingeschränkte Personen von Bedeutung ist. Medikamente können auch unverbindlich bei bis zu drei Apotheken angefragt werden. Sobald diese Rückmeldung geben, können Versicherte dann verbindlich bei der Apotheke ihrer Wahl bestellen.

Einlösen von Rezepten Angehöriger: Pflegebedürftige, für die der Weg zum Arzt oder in die Apotheke beschwerlich ist, können über die E-Rezept-App die verordneten Medikamente auch von Angehörigen oder Nachbarn abholen lassen (sofern dies auf ausdrücklichen Wunsch des jeweiligen Versicherten ist). Mit der sog. Familienfunktion können Versicherte dann bspw. die Rezepte für andere auf deren Wunsch hin in der eigenen E-Rezept-App aufrufen und einlösen.

Datensicherheit: Bei der digitalen Übertragung von der Arztpraxis bis hin in die Apotheke werden die E-Rezepte mehrfach verschlüsselt und sicher gespeichert. Damit sind die Gesundheitsdaten vor unbefugtem Zugriff und Hackerangriffen geschützt. Denn wie bereits zuvor erwähnt kann nur derjenige, der im Besitz des Rezeptcodes ist, auf das elektronische Rezept zugreifen – das ist einerseits der ausstellende Arzt, andererseits die Person, für die das E-Rezept bestimmt ist.

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